Davongekommen

Man nennt sie sensationsheischend Final Girls (dtv). Die Mädchen, die als einzige eines dieser vielen unerklärlichen und sinnlosen Massaker überlebt haben. Eine davon ist Quincy. Sie hatte Glück, die Panik verlieh ihr die ungeahnte Kraft, in einem finsteren Wald einfach davonzustürmen. Sie versucht, sich in einem einigermaßen normalen Leben einzurichten. Immer wieder plagen sie Schuldgefühle. Warum hat nur sie überlebt? Quincy kann sich in ihrer Ausnahmesituation auf einen Beschützer verlassen, es ist der Cop dem sie damals verletzt und außer sich in die Arme gelaufen ist. Dann taucht ein weiteres Final Girl bei Quincy auf und die Dinge ändern sich. Riley Sagers Plot ist psychologisch interessant- und er schafft auch einen packenden Überraschungseffekt. Sehr amerikanisch, für ein Debut ganz ordentlich, wenn einem mal nicht nach fordernder Literatur zu Mute ist.  

 

 

Der Präsident als Actionheld

Was für eine seltsame Symbiose, Bill Clinton und James Patterson, Vielschreiber  vom Dienst, basteln zusammen einen Thriller. Der Autor Clinton ist natürlich ein Verkaufsargument. Man ist neugierig und hofft ein wenig über das Innenleben im Zentrum der Macht zu erfahren. Doch ziemlich bald  hat man das Gefühl, dass Clinton sich erst einmal den Frust über seine unfaire Behandlung  beim Impeachmentverfahren  von der Seele schreiben wollte. Präsident Duncan  kämpft ebenfalls gegen ein Amtsenthebungsverfahren und da kommen Bösartigkeit, Hinterlist und Ränke der politischen Gegner aufs Tapet. Duncan soll mit einem Dschihadisten telefoniert haben.

Das kommt einem Hochverrat gleich. Doch Duncan, der hartgesottene Hero, bleibt standhaft. Denn Duncan versucht in Wirklichkeit, Schlimmes von den USA, ach was, der ganzen Welt abzuwenden. Ein unauffindbares Virus wurde in das globale Netz eingeschleust. Es droht nichts weniger als der Zusammenbruch der Zivilisation. Duncan macht sich heimlich aus dem Weißen Haus davon und übersteht anschließend mehrere Attentate, wobei er die Arbeit nicht allein seinen Leibwächtern überlässt, sondern selbst tatkräftig in Aktion tritt. Es ist nicht unfair, einen Teil des Inhalts zu verraten, denn die Handlung ist so vorhersehbar wie in einem x-beliebigen Action-Thriller und sprachlich farblos.

Gut, selbstlos,  klug und tapfer sei der Präsident bis zum Ende, wo es noch eine gehörige Portion Pathos gibt.

Interessant sind andere Aspekte. Clinton geht davon aus, dass sich die wesentlichen Mechanismen und Strukturen einer Demokratie noch funktionieren. Die gegenwärtige Erosion hat er sich wohl  nicht vorstellen wollen. Das wäre aber auch zu nahe an einer bösen Dystopie, da müsste sich der Ex-Präsident einen Science- Fiction- Autor anlachen.

 

 

Der Präsident als Actionheld

Was für eine seltsame Symbiose, Bill Clinton und James Patterson, Vielschreiber  vom Dienst, basteln zusammen einen Thriller. Der Autor Clinton ist natürlich ein Verkaufsargument. Man ist neugierig und hofft ein wenig über das Innenleben im Zentrum der Macht zu erfahren. Doch ziemlich bald  hat man das Gefühl, dass Clinton sich erst einmal den Frust über seine unfaire Behandlung  beim Impeachmentverfahren  von der Seele schreiben wollte. Präsident Duncan  kämpft ebenfalls gegen ein Amtsenthebungsverfahren und da kommen Bösartigkeit, Hinterlist und Ränke der politischen Gegner aufs Tapet. Duncan soll mit einem Dschihadisten telefoniert haben.

Das kommt einem Hochverrat gleich. Doch Duncan, der hartgesottene Hero, bleibt standhaft. Denn Duncan versucht in Wirklichkeit, Schlimmes von den USA, ach was, der ganzen Welt abzuwenden. Ein unauffindbares Virus wurde in das globale Netz eingeschleust. Es droht nichts weniger als der Zusammenbruch der Zivilisation. Duncan macht sich heimlich aus dem Weißen Haus davon und übersteht anschließend mehrere Attentate, wobei er die Arbeit nicht allein seinen Leibwächtern überlässt, sondern selbst tatkräftig in Aktion tritt. Es ist nicht unfair, einen Teil des Inhalts zu verraten, denn die Handlung ist so vorhersehbar wie in einem x-beliebigen Action-Thriller und sprachlich farblos.

Gut, selbstlos,  klug und tapfer sei der Präsident bis zum Ende, wo es noch eine gehörige Portion Pathos gibt.

Interessant sind andere Aspekte. Clinton geht davon aus, dass sich die wesentlichen Mechanismen und Strukturen einer Demokratie noch funktionieren. Die gegenwärtige Erosion hat er sich wohl  nicht vorstellen wollen. Das wäre aber auch zu nahe an einer bösen Dystopie, da müsste sich der Ex-Präsident einen Science- Fiction- Autor anlachen.

 

 

Cannabis in Canada

Nie war ein Titel treffender als dieser: Shoot Out von  Dietrich Kalteis hält was er verspricht. Im kanadischen Whistler, ja genau dort wo 2010 die Olympischen Spiele stattgefunden haben, geht es diesmal nicht um Sport, sondern um Drogen. Wobei - so weit auseinander soll das angeblich nicht immer liegen.

Der örtliche Cannabis-Anbauer Stevens lebt in friedlicher Koexistenz mit der lokalen Polizei. Der ist lieber, sie hat einen freundlichen Althippie unter Kontrolle als sich mit nachdrängenden Gangsterbossen auseinanderzusetzen. Doch genau das passiert und eine Menge Munition wird verschwendet. Das Lamento der Alten über die verzogenen Jungen ist diesmal nicht unberechtigt. Nick, der Sohn vom Oberdrogenboss ist ein Dummbatz und Angeber und braucht einen Aufpasser. Der kann aber nicht verhindern, dass Nick aus Versehen einen jungen Dealer umlegt. Die Leiche muss verschwinden und  es ist nicht die einzige. Stevens hat vor, das verminte Feld zu räumen und sich an einem sonnigen Ort in Pension zu begeben, aber vorher noch rettet er ein Mädchen aus den Klauen des grauenvollen Nick. Schlecht für die Pensionspläne...

Pssst!

Das kann leicht passieren: man befindet sich in einem Zoo, einem Museum, einem Park und übersieht die Zeit. Plötzlich sind es nur noch ein paar Minuten bis zur Schließung; man muss sich beeilen. Das ist nicht so einfach, wenn man einen Vierjährigen bei sich hat, der gern noch weiterspielen möchte . Joan hastet mit dem Kind zum Ausgang des Zoos undhört Schüsse. Sie kehrt um und versteckt sich. Offenbar sind zwei Jugendliche mit Waffen unterwegs und erschießen wahllos Menschen und Tiere. Der etwas verlotterte Zoo bietet zum Glück genug  Versteckmöglichkeiten. Aber wie schafft man es, einen quengeligen Vierjährigen still zu halten?  Nachtwild (dtv), ein spannender Thriller mit ungewöhnlichem Plot von Gin Phillips, wirft auch moralische Fragen auf. Ist sich selbst jeder der Nächste wenn es ums eigene Leben geht?

 

Für böse Gärtner

Abgesehen davon, dass schon H.C. Artmann über den bösen Gärtner geschrieben hat, ist der Gärtner auch immer der Mörder. Endlich gibt es dazu eine praktische Handlungsanleitung zu den bevorstehenden Gartenarbeiten im Frühjahr. Amy Stewart hat mit Gemeine Gewächse ((Piper) ein ganz reizendes, etwas ungeordnet wirkendes Kompendium  gefährlicher Pflanzen zusammengestellt. Dass Eisenhut und Seidelbast giftig sind, weiß (hoffentlich) jedes Kind, aber Stewart kann mit dem einen oder anderen bizarren Schmankerl punkten. Dass exotische Bäume, Sträucher und Gräser ganz schön übel sein können braucht uns in diesen Breitengraden nicht übermäßig zu beunruhigen. Doch sind heimische Gewächse, wie man sie in jedem Garten findet auch nicht ohne. Am Oleander ist alles hochgiftig, an einem Kompott mit Rhabarberblättern kann man sterben, rohe Holunderbeeren enthalten Zyanid und am Philodendron sollte man nicht knabbern. Dabei hat Stewart noch nicht einmal die Tollkirsche erwähnt, aber die scheint ohnehin so gut wie ausgestorben.

Verschwunden und doch da

Es fängt mit einem Kriminalfall an, und endet, ja wie? Das muss sich der Leser selbst beantworten. Ein dreizehnjähriges Mädchen verschwindet bei einer Wanderung durchs ein Moor in England. Rebecca ist nur widerwillig mit ihren Eltern mitgegangen, wie Teenager halt so sind blieb sie trödelnd zurück und verschwand plötzlich. Das ganze Dorf, in dem die Familie ihre Ferien verbracht hat, ist in Aufruhr. Man sucht überall, in den Mooren und Speicherseen, und findet nichts.  Auf welche Weise das verschwundene Mädchen indirekt das Leben im Dorf beeinflusst, davon handelt Jon McGregors Roman Speicher 13 (liebeskind). Er erzählt von den Jahren danach, wie das ungelöste Rätsel die vielleicht nur minimalen Veränderungen im Leben der Dorfbewohner mitbestimmt. Auch wenn das Ereignis immer weiter zurückliegt, breitet es sich wie ein Miasma über das Dorf. McGregor beschreibt das Vergehen der Zeit anhand der Rhythmen in der Natur. Er schildert, wie Jahr um Jahr die Fasane balzen, die Wintergoldhähnchen ihre Nester bauen, wie die Füchse ihre Würfe aufziehen, die Jahreszeiten wechseln und die Dorfbewohner ihren Alltag leben. Sein mikroskopisch genauer Blick und seine gelassene, poetische Sprache faszinieren umso mehr als sie von dem was erwartet wird in eine gänzlich andere Sphäre wegführen.

 

 

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